1. April 2008...12:15
Alexandromanie
Alexandromanie ist die obsessive Alexanderverehrung, die sich bestenfalls in ehrvoller Nachahmung (Imitatio Alexandri) und schlimmstenfalls in Reinkarnationsfantasien äußert.
Vor allem römische Feldherren verglichen sich gern mit Alexander dem großen Eroberer. Scipio Africanus, Pompeius der Große und Julius Cäsar galten als “Alexanderfreunde” und ließen sich bildlich und erzählerisch als dessen Nachahmer darstellen. Nach Iulius Caesar machte auch Marcus Antonius der Kleopatra ein Kind, das sie Alexander Helios nannten. Ebenso ehrten und opferten die römischen Kaiser Augustus und Trajan dem Alexander.
Pathologische Züge bekam diese Art der Verehrung bei Kaisern, denen auch “Cäsarenwahn” nachgesagt wurde: Caligula, Nero und Caracalla. Auch Kaiser Julian betrachtete sich als Reinkarnation des Alexander. Vor allem Caracalla identifizierte sich mit Alexander dem Großen, benannte eine Heeresabteilung als Alexander-Phalanx und lief gern in makedonischer Tracht herum. Auch wollte er aus diesem Grund die Tochter eines persischen Königs heiraten. (Quelle: Siegfried Lauffer, Alexander der Große, S. 222)
Ein Beispiel für eine völlig harmlose Art der Alexandromanie findet man hier.

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